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"Ausblicke in die Vergangenheit I - III"
Handabzüge auf Baryt 2009/10
Ein Blick durch ein Fenster aus einem dunklen Raum nach draußen bedeutet meist
einen Blick nach vorn, aus der umgebenden Dunkelheit in das Licht, in etwas unmittelbar bevorstehendes, in eine verheißungs- vollere Außenwelt zu richten.
Angenehmere Gedanken werden greifbar, Sonne und Licht fühlbar, positive Zukunftsaussichten spür- und die Anwesenheit menschlichen Lebens wahrnehmbar.
Nur selten verspüren und assoziieren Menschen bei einem Blick nach Außen die
allgegenwärtige Präsenz der Vergangenheit, der Geschichte und der Einsamkeit.
Die beiliegende Bildserie entstand zwischen April 2009 und November 2010 auf
verschiedenen fotografischen Reisen. Sie zeigt Orte, die in der Vergangenheit von
menschlichem Leben erfüllt waren und mittlerweile dem Verfall, der Beachtungs-
und Bedeutungslosigkeit preisgegeben wurden, weil sie ihren Zweck im Rahmen
der Gesellschaft, der Geschichte erfüllt und somit ausgedient haben.
Die Ausblicke aus den Fenstern "schmücken" die düsteren Wände der verlassenen
Räume wie melancholische, endzeitliche Gemälde und ermöglichen einen stummen, unmittelbaren Blick zurück in die Vergangenheit.
Christian Werner, Münster 2011
© Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie 2011